Vom Fahren zum Sein – Radfahren

Das philosophische Konzept moveo·ergo·sum hat sich seit vielen Jahren insbesondere in Radfahrkursen für Erwachsene bewährt (Weiterführende Informationen zu Radfahrkursen und -schulungen finden Sie unter den Links zu „radfahrkurse“ und „radfahrlehrer“ rechts unten).
In Anlehnung an Erich Fromms „Vom Haben zum Sein“ gelingt hier der Übergang vom „Haben-“ zum „Sein-orientierten“ Radfahren: Herkömmlich geschieht eine Identifikation zur/m RadfahrerIn auf einer  instrumentell-kompensatorischen Ebene. „Ich „kann und habe“ die Technik des Anhaltens, mit der ich Situationen beherrsche, also „kann ich radfahren“ – wenn ich das Anhalten nur „schlecht“ bewerkstellige, kann ich auch nur schlecht radfahren.“

Im „Sein-orientierten“ – Radfahren geht es dagegen um das Entfalten von Wahrnehmen, Bewegen und Handeln in einer konkreten Herausforderung an der Schnittstelle „Ich – Umwelt“. Die Fertigkeiten, die dabei heranwachsen, sind quasi ein Nebenprodukt des Lernweges, des Entfaltungsprozesses. Jeder Moment wird als einzigartig erlebt und Begriffe wie „sinnvoll“, „brauchbar“, „stimmig“ und „gegenwärtig“ stehen im Mittelpunkt des Lernweges. Eine Identifikation zur/m RadfahrerIn geschieht auf einer grundsätzlichen Ebene: „Ich gestalte, nehme wahr und entscheide – ich bewege mich, also bin ich (RadfahrerIn)“.

Haben-orientiert betrachtet „kann man irgendwann Radfahren“ – man wird aber feststellen müssen, dass man sich in Gewohnheiten und Rechtfertigungen wiederfindet und bei genauerem Hinsehen und mit der Hand auf dem Herz zugeben muss, dass man „nicht genau weiß, was man tut“.

Sein-orientiertes Radfahren ist dagegen ein ständiger, lebendiger Prozess der zu Authentizität, zur Achtsamkeit, zur Emanzipation und vor allem: zu mehr Sicherheit führt – auch, weil man viel präziser im Rahmen der eigenen Möglichkeiten variieren und handeln kann.